Vom Busfahrer zum Co-Trainer
Erstellt von: Werner Rabe
Paul Winter ist auch im kommenden Winter Teil des Trainerstabs der deutschen Skisprung-Nationalmannschaft. Der frühere Willinger Skispringer gehörte jetzt einen olympischen Zyklus lang zum Team von Cheftrainer Stefan Horngacher, der nach sieben Jahren den Platz auf dem Trainerturm an einen österreichischen Landsmann abgegeben hat. Und auch sein Nachfolger Andreas Mitter, bisher Co-Trainer, baut auf Winter, der inzwischen mit seiner Partnerin in Sonthofen lebt und zuletzt auch viel in Oberstdorf mit Olympiasieger Philipp Raimund und Karl Geiger zusammengearbeitet hat. Auch der Winterberger Jens Deimel und Tino Haase sind als Co-Trainer an Mitters Seite.
Der Zoll als sein Arbeitgeber hat Paul Winter weiter für die Aufgabe beim Deutschen Ski-Verband freigestellt, in der sich Winter sehr schnell eingearbeitet und sich bei seinen Kollegen, aber auch bei den aktiven Skispringern, mit denen er teilweise noch gemeinsam über die Schanze gegangen ist, Respekt und Anerkennung verschafft hat. „Im ersten Winter war ich hauptsächlich nur Busfahrer und habe besonders von Horngacher, aber auch von den anderen Kollegen immer mehr dazu gelernt und weitere Aufgaben übernommen“, sagt der 28-Jährige, der sich auch in Sachen Material wie Sprungski oder Anzügen schon seine Meriten erworben hat.
Während er Peking noch zu Hause erlebte, war er bei Olympia in Mailand-Cortina mittendrin und erlebte die Wettbewerbe in Predazzo als „Ski-WM unter Hochsicherheitsvorkehrungen“. Trotzdem war Olympia ein tolles Erlebnis, und 2030 in Frankreich möchte Winter auch noch zum DSV-Trainerteam gehören. Allem Anschein nach muss er sich auch keine Gedanken um diesen Job machen. Er ist überall beliebt und weiter lernfähig.
Auch nach seiner Zeit in Willingen, „wo ich meine ganze Kindheit im Ski-Internat verbracht habe“, hält er nach wie vor Kontakt und unterstützt auch immer wieder die Nachwuchsspringer von Jörg Pietschmann und Daniel Luckey mit Material und guten Tipps. „Ich möchte den Willingern, die meine Karriere als Sportler und Trainer ermöglicht haben, etwas zurückgeben.“
Vielleicht sogar eines Tages als Stützpunkttrainer, wenn die neue Trainingsschanze verwirklicht worden ist? „Alles ist möglich. Doch jetzt steht erst einmal mein derzeitiger Job im Mittelpunkt“, sagt der in Sangerhausen geborene Ex-Skispringer, der wie Stephan Leyhe auch von Pietschmann und Heinz Koch entdeckt und trainiert worden war. Nicht ganz so glücklich verlief seine aktive Laufbahn mit immerhin einzelnen internationalen Erfolgen nach seinem Wechsel nach Oberstdorf. In dem Trainerjob geht der dem Ski-Club Willingen immer treu gebliebenen Paul Winter jedoch voll und ganz auf.
Foto: DSV