Stephan Leyhe vor erstem Einsatz als Free Willi
Erstellt von: Friederike Weiler
Große Spannung vor dem letzten Kräftemessen: Mit dem Viessmann FIS Weltcup-Skispringen, das vom 30. Januar bis 1. Februar 2026 auf der Mühlenkopfschanze ausgetragen wird, geht nicht nur das letzte Weltcup-Wochenende vor den Olympischen Winterspielen über die Bühne, es ist eben auch gleichzeitig die letzte Standortbestimmung vor dem großen Event in Italien.
Für Stephan Leyhe, der 2012 erstmals beim Heim-Weltcup starten durfte, erfüllte sich am 8. Februar 2020 mit dem Sieg in Willingen sein größter Traum. Nachdem der 34-Jährige vergangene Saison seine Sprungski an den Nagel hängte, war klar: Auch 2026 wird er am Mühlenkopf dabei sein und diejenigen unterstützen, die die dieses Sportfest seit Jahrzehnten möglich machen und mit ihm mitgefiebert haben – die „Free Willis“, die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer des Ski-Club Willingen, die an ihrer leuchtend orangefarbenen Jacke zu erkennen sind. Und in genauso eine Jacke schlüpft nun auch Stephan Leyhe und wird neben all den Aufgaben, die für ihn am Weltcup-Wochenende anfallen werden, auch seinen ehemaligen Kollegen fest die Daumen drücken.
„Willingen ist der letzte Schlagabtausch vor den Spielen. Wenn man hier vorn dabei ist, wird man auch bei der Medaillenvergabe in Italien eine Rolle spielen“, ist sich Leyhe sicher, fügt aber auch an: „Wenn’s nicht läuft, heißt das aber nicht, dass man bei den Spielen keine Chance hat.“ Warum Willingen als letzter Wettkampf vor den Spielen eine große Bedeutung hat? „Du kannst noch einmal letzte Materialabstimmungen vornehmen und alles unter Wettkampfbedingungen testen, um dann mit einem perfekten Setup nach Italien zu fahren und dich dort nur noch auf das Skispringen zu konzentrieren.“
Doch noch einmal zurück zum Willinger Weltcup – wer hat die größten Chancen auf einen Sieg? „Ganz klar: Domen (Prevc). Die Mühlenkopfschanze ist eine Großschanze, fliegen kann Domen so oder so, daher wird er eine große Rolle spielen, wenn’s um den Sieg geht. Aber auch Karl (Geiger) ist im Aufwärtstrend, der wird ganz sicherlich auch einen guten Wettkampf machen.“ Und wie sieht’s insgesamt mit dem deutschen Team aus? „Ich hoffe, dass unsere Jungs unter den besten Fünf oder Sechs wiederzufinden sind. Oder sogar auf dem Podest.“
Lange wird es jedenfalls nicht mehr dauern, bis die Upland-Sieger feststehen und von einem fantastischen Publikum gefeiert werden. „Die Atmosphäre in Willingen ist einfach einmalig. Dort fiebern so viele Fans mit“, sagt Stephan Leyhe und fügt an: „Außerdem sind die vielen Helfer in ihren orangenen Jacken einfach unglaublich – jeder hilft sich, man kennt sich, dieses familiäre Miteinander – das ist einfach cool.“