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Prevc-Geschwister reisen als Favoriten ins Upland

Erstellt von: Friederike Weiler

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Der Countdown läuft: Auch die Meldeliste für den FIS Skisprung-Weltcup in Willingen, der vom 30. Januar bis 1. Februar 2026 auf der Mühlenkopfschanze ansteht, ist nun komplett: 15 Nationen sind gemeldet, insgesamt treten 93 Sportlerinnen und Sportler auf der Mühlenkopfschanze an – darunter 58 Männer und 35 Frauen. Die Topnationen haben alle bekannten Größen angemeldet, Überraschungen gibt es eigentlich nur beim polnischen Team, denn das reist ohne Kamil Stoch, Pawel Wasek und den erst 19-jährigen Kacper Tomasiak ins Upland – das Trio ist für die Olympischen Spiele nominiert und lässt den Willinger Weltcup zur Vorbereitung aus.

Das DSV-Aufgebot führen Felix Hoffmann, Philipp Raimund und Pius Paschke an, auch Andreas Wellinger und Karl Geiger sind gesetzt. Und Luca Roth wird auf der Mühlenkopfschanze an den Start gehen, weil er durch seinen Sieg im Continentalcup den Quotenplatz, also den sechsten Startplatz, für das deutsche Team gesichert hat. Bei den Frauen reisen Selina Freitag, Katharina Schmid, Juliane Seyfarth, Anna Hollandt, Agnes Reisch und Emely Torrazza nach Willingen. Während die Mädels von Cheftrainer Heinz Kuttin schon mehrere Podestplätze vorweisen können, hängen die Männer noch etwas hinterher. Vielleicht platzt ja in Willingen der Knoten, die Daumen sind jedenfalls gedrückt.

Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen werden bei der Vergabe der vorderen Platzierungen sicherlich die Prevc-Geschwister ein Wörtchen mitreden wollen. Domen reist als Vierschanzen-Tournee-Sieger, neunfacher Saisonsieger, überlegen Führender im Gesamtweltcup und frischgebackener Skiflug-Weltmeister nach Willingen. Und ganz nebenbei hält der 26-Jährige seit zehn Monaten den Weltrekord im Skifliegen: 254,5 Meter. Genau vor zehn Jahren, also 2016, war Domen Prevc erstmals auf der Mühlenkopfschanze am Start. Während sein Bruder Peter gewann, kam er allerdings mit Rang 38 nicht in Durchgang zwei. Sein bestes Ergebnis in Willingen: Fünfter in 2024. Auch für Schwester Nika ist Willingen ein gutes Pflaster: 2024 wurde sie Zweite. Dieses Mal peilt sie sicherlich den Sieg am Mühlenkopf an, es wäre dann der 36. Karrieresieg der 20-Jährigen, die allein in dieser Saison schon 13. Mal ganz oben auf dem Podest stand. Weiterhin sind für Willingen Anze Lanisek, Timi Zajc, Rok Oblak und Ziga Jancar sowie Nika Vodan, Katra Komar und Maja Kovacic aufgestellt.

Auch Japan hat gute Siegchancen am Mühlenkopf: Bereits 2019 und 2022 hieß der Sieger beim Einzelspringen Ryoyu Kobayashi, 2023 und 2024 wurde der 29-Jährige Zweiter. Roy, wie Kobayashi im Team genannt wird, hat diese Saison schon neun Podestplätze verbucht, weshalb er als Gesamt-Zweiter nach Willingen kommt. Wen man auch auf dem Schirm haben muss: Teamkollege Ren Nikaido hat sich in dieser Saison mit einer bemerkenswerten Konstanz und seinem ersten Weltcupsieg eindrucksvoll in der Weltspitze etabliert. 14 Top-Ten-Platzierungen gehen auf sein Konto, in der Gesamtwertung steht der 24-Jährige an Position drei. Seine beste Platzierung in Willingen war 2024 Rang 22. Bei den Frauen ist mit der Zweitplatzierten Nozomi Maruyama zu rechnen, aber auch Sara Takanashi (8.) wird sicherlich ein Wörtchen mitreden wollen.

Die Österreicher reisen ebenfalls mit der kompletten Mannschaft an. Als Gejagter startet Daniel Tschofenig in die Einzelwettbewerbe – 2025 gingen beide Siege an ihn, genauso wie der Gesamtweltcup. Fünf Top-5-Platzierungen hat der 23-Jährige auch in dieser Saison schon verbucht. Derzeit steht der Kärntner an Position sechs. Zwei Plätze vor ihm liegt Jan Hörl. Der 27-Jährige vom SC Bischofshofen reist mit 14-Top-Ten-Plätzen in Willingen an, wo er bereits 2025 auf Rang drei landete. Außerdem kam Hörl zuletzt bei der Skiflug-WM als bester Österreicher auf Platz vier. Teamkollege Stephan Embacher ist derzeit Gesamt-Achter. Der Tiroler gab 2024 sein Weltcup-Debüt. Seitdem schaffte es der 20-Jährige sechs Mal in die Top fünf. Und Stefan Kraft? Der liegt auf Rang zehn. Der 32-Jährige hat bisher 46 Weltcup-Einzelsiege verbucht – nur am Mühlenkopf stand er noch nie ganz oben auf dem Treppchen. Direkt hinter ihm folgt Manuel Fettner – und auch Clemens Aigner und Maximilian Ortner sind in Willingen mit dabei. Auch Lisa Eder, die in der Weltcup-Gesamtwertung auf Rang drei steht, wird im Upland vertreten sein. Die 24-Jährige sicherte sich vergangene Woche ihren ersten Weltcupsieg.

Wen man auch auf dem Schirm haben sollte: die Norweger. Johann Andre Forfang liegt zwar derzeit in der Gesamtwertung nur auf Rang 16, aber der Trondheimer liebt die Willinger Schanze. 2018 und 2024 gewann der 30-Jährige und 2025 wurde er Vierter und Zweiter. Außerdem hält er den Schanzenrekord von 155,5 Metern – der muss erst einmal geknackt werden. Bei den Frauen ging der Sieg 2025 an Eirin Maria Kvandal – die ist derzeit zwar auch „nur“ 16., dafür liegt Anna Odine Stroem auf Rang vier – am Mühlenkopf wurde sie 2025 Zweite.

Mit dabei ist übrigens auch Simon Ammann.  Der 44-jährige Schweizer hat bereits vor fast 30 Jahren, genau genommen am 29. Dezember 1997, sein Weltcup-Debüt gegeben und sammelte damals in Oberstdorf mit Rang 15 gleich erste Punkte. Über 20 Mal ist der Schweizer mittlerweile auf der Mühlenkopfschanze angetreten. „Sie ist sehr eindrucksvoll, weil sie eben so groß ist und die Stimmung rund um diesen langen Auslauf ist nach wie vor mitreißend. Wenn du unten ankommst, stehst du in einer riesengroßen Manege“, sagte er einmal in einem Interview. In der Weltcup-Gesamtwertung taucht er derzeit nur an Position 47 auf – mal schauen, was in Willingen möglich ist. Bei den Olympischen Spielen wird Ammann nicht antreten, dafür aber  Felix Trunz, Sandro Hauswirth und Gregor Deschwanden – sie werden auch in Willingen an den Start gehen. Genauso wie Juri Kesseli, der auf der Mühlekopfschanze sein Debüt geben wird.

Das Team der Franzosen wird angeführt vom 23-jährigen Valtin Foubert, der in der Weltcup-Gesamtwertung derzeit auf Rang 17 zu finden ist. Bei den Frauen ist unter anderem Josephine Pagnier mit dabei. Für Italien tritt Annika Sieff an – die beste Platzierung der 23-Jährigen war 2024 Rang 22. Foto: Kevin Voigt

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