Olympia PyeongChang Teamwettkampf 19.02.2018

19.02.2018

K.Geiger - S.Leyhe - R.Freitag A.Wellinger
© SCW/Tadeuzs Mieczynski

Olympia Silber für Stephan Leyhe mit dem Deutschen-Team
Mit Geiger, Freitag, Wellinger auf dem Podest
Norwegen siegt – Polen auf Platz drei

Auf den Tag genau 20 Jahre nach der olympischen Goldmedaille  für Petra Behle („Das hatte ich so gar nicht auf dem Schirm“) in der Biathlon-Staffel von Nagano hat der Schwalefelder Skispringer Stephan Leyhe zusammen mit Karl Geiger, Richard Freitag und Andreas Wellinger die Silbermedaille im Teamwettbewerb der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang gewonnen und darf nach seiner gelungenen Olympiapremiere jetzt auch am Dienstag auf die Medal Plazza zur Siegerehrung. Eine tolle Sache für ihn, eine bittere Geschichte für Markus Eisenbichler, der als einziger der fünf DSV-Adler ohne Medaille aus Südkorea nach Hause fahren muss.

Nach 20 Jahren wieder eine Medaille, die sicherlich gebührend gefeiert wird“, kommentierte Petra Behle. „Stephan kann mehr. Aber der Druck war auch enorm. Für Gold hätte es egal wie eh heute nicht gereicht“, jubelte auch Jochen Behle, der Fahnenträger von Nagano. Es ist die vierte olympische Medaille in der 108jährigen Geschichte des Ski-Clubs Willingen : einmal gold und jetzt dreimal Silber,

„Fahnen raus hängen! Um 19.30 Uhr Umtrunk im Vereinslokal Cafe Müller“, funkte Ski-Club-Präsident Jürgen Hensel nach dem Happy End für den Olympia-Teilnehmer des Ski-Club Willingen. „Ich freue mich riesig für ihn und das deutsche Team! Und natürlich auch für alle Willinger! Es ist die vierte Olympische Medaille in der 108-jährigen Geschichte des Ski-Club Willingen (Dreimal Silber und einmal Gold).

Und Bürgermeister Thomas Trachte gratulierte: „Eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen ist schon etwas sehr Besonderes. Damit gehört Stephan schon heute zu den erfolgreichsten Sportlern unserer Gemeinde Willingen  (Upland). Wir sind stolz auf unseren Upländer Skispringer.“

„Silber gewonnen! Die Norweger waren unfassbar stark, aber eine gute und konstante Teamleistung“, meinte Willingens Nachwuchstrainer Jörg Pietschmann, der Leyhe als Schüler trainierte und den Erfolg von unterwegs aus erlebte. Er war gerade bei der Anzugsfirma, um für seine Talente neue Sprunganzüge für die OPA-Wettbewerbe am Wochenende in Planica abzuholen.  „Schön für Stephan, dass er sich präsentieren konnte und sich durchgesetzt hat.“

Norwegens Quartett (1.098,5) war an diesem Tag nicht zu schlagen. Gegen die Polen (1.072,4) rettete am Ende Andreas Wellinger für den DSV (1.072,4) die Silbermedaille. Österreich (978,4) ging bei Olympia völlig leer aus bei diesem packenden Duell, in dem Leyhe mit 128 und 129 m nach der harten Ausscheidung am Vortag wie auch in der Probe (128) erstmals auf dieser Schanze, auf der er im Vorjahr Weltcup-Fünfter mit Schanzenrekord geworden war,  unter 130 m blieb. Nach denen bei den Junioren-Weltmeisterschaften und Silber bei der Skiflug-WM am Kulm.  Aller guten Dinge sind drei: Nachdem es bei der WM in Lahti und bei der Skiflug-WM in Oberstdorf, wo Karl Geiger noch zuschauen musste, nur zu Platz vier gereicht hatte, darf der 26-Jährige jetzt über olympisches Edelmetall freuen. Sven Hannawald lobte in der EUROSPORT-Kabine einmal mehr seine Technik. „Es ist nicht mehr lange hin bis zur ersten 20,0, wenn er auch noch den Absprung richtig erwischt.“   

 „Drei Medaillen bedeuten erfolgreiche Spiele für uns. Stephan hat seinen Job gut gemacht und das Vertrauen gerechtfertigt, auch wenn er nicht so stark war wie im Training“, klopfte Bundestrainer Werner Schuster dem Willinger anerkennend auf die Schulter. „Die Worte des Cheftrainers sind Balsam auf die Seele“, meinte der so in der ARD direkt angesprochene, dem doch so einiges durch den Kopf ging, nachdem er lange auf seinen ersten Einsatz warten musste und besonders unter Druck gestanden hatte. „Wir haben alle einen guten Job gemacht“ meinte auch Karl Geiger, nachdem sich vorher kaum einer hatte vorstellen können, dass er und Leyhe gemeinsam in einem Team stehen würden. Andreas Wellinger verriet, dass er nach seinem Finalsprung nicht mehr daran geglaubt hatte, dass es noch zu Silber reichen würde. Doch auch Kamil Stoch landete diesmal keine Rakete und Wellinger hat jetzt drei Medaillen im Gepäck.


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