FIS Skisprung Weltcup Wisla 19.11.2017

19.11.2017

K.Stoch - J.Kobayashi -S.Kraft
© www.berkutschi.com

Überraschungssieg für Junshiro Kobayashi in Wisla
Stephan Leyhe vom SC Willingen auf Platz zehn

Was für eine Überraschung zum Weltcup-Auftakt der Skispringer im polnischen Wisla. Der Japaner Junshiro Kobayashi, der in seiner Karriere im Weltcup noch nie auf dem Podium gestanden hatte, sicherte sich mit 124 und 126,5 m und 260,5 Punkten den Sieg auf der Adma Malysz-Schanze. Zweiter wurde unter dem Jubel der heimischen Fans vor ausverkauftem Haus (15.000 Zuschauer) Olympiasieger Kamil Stoch (121+129,5 m/258,2 Punkte), der sich mit seinem Top-Sprung im Finale von Rang acht nach weit nach vorne kämpfte. Auf dem dritten Platz landete Doppel-Weltmeister Stefan Kraft (126,5+124,5/257,7) aus Österreich, der die Tage in Wisla als Weltcup-Gesamtsieger der Vorsaison direkt wieder dominiert hatte. Wenn es auch eine gute Platzierung wurde, so war der vierte Platz für Richard Freitag (126+120/253,1) doch etwas bitter. Der Sachse hatte nach starker Vorstellung nach dem ersten Durchgang sogar geführt, dann aber großes Pech mit dem Wind gehabt. Auch die mehr als zehn Pluspunkte durch die Windkompensation brachten Freitag nicht das erhoffte Podest. Bei Andreas Wellinger (119,5+127/245,3) auf Rang neun lief es genau umgekehrt. Mit starkem Sprung im Finale verbesserte er sich noch unter die Top Ten. Über die durfte sich auch Stephan Leyhe (Foto unten) vom Ski-Club Willingen als Zehnter freuen, was den besten Start in eine Weltcupsaison und die halbe Olympia-Quali (1xTop 8 oder 2x Top 15) für ihn bedeutet. Mit 123 m hatte der 25-jährige Schwalefelder nach dem ersten Durchgang sogar auf Platz sechs gelegen, es folgten 121,5 m, was punktgleich mit dem polnischen Sommer-König Dawid Kubacki (beide 244,8 Punkte) diesen zehnten Rang und die ersten 26 Weltcup-Zähler einbrachte.

„Das war soweit gut heute, ich bin zufrieden mit dem Tag“, bewerte der „Upland-Adler“ sein Abschneiden positiv. „Klar war noch mehr drin, kleine Fehler am Tisch, und dann fehlen am Ende zwei bis drei Meter bei der Weite.“ Denn stilistisch war Stephan Leyhe wie bei fast allen seinen Sprüngen auch in Wisla wieder eine Augenweide. Und mittlerweile erhält er von den Sprungrichtern auch die verdienten guten Haltungsnoten.

Auch die weiteren Springer aus dem deutschen Team von Bundestrainer Werner Schuster erreichten in Wisla das Finale der besten 30. Pius Paschke (119+125,5/243,3), der sich seinen Startplatz über gute Resultate im COC selbst erkämpft hatte, überraschte mit Rang 12. Markus Eisenbichler (120+119,5/239,1) konnte seine tolle Leistung aus der Probe als 15. leider nicht bestätigen. Karl Geiger (119+120,5/235,8) und der junge Dawid Siegel (114,5+123,5/225,1) belegten die Ränge 17 und 23. Am nächsten Wochenende geht die junge Saison in Ruka/Finnland mit einem Team-Springen und einem Einzel-Wettkampf weiter. Gestern hatten etwas überraschend beim Team-Weltcup die Norweger (1023,8 Punkte) vor den punktgleichen Polen und Österreichern (jeweils 1006,5) gewonnen. Das DSV-Team kam in der Besetzung Eisenbichler, Freitag, Leyhe und Wellinger mit 990,0 Punkten auf Rang vier.  

Dieter Schütz - Weltcup-Pressechef


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