Gelbe Karten gelten 12 Monate, mehr Geld für die Frauen
Erstellt von: Friederike Weiler - Pressechefin
Eine aufgewertete Qualifikation, länger gültige Verwarnungen und mehr Preisgeld für die Frauen: Der Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) plant im Skispringen mehrere Änderungen. Ein neues System für die Startreihenfolge soll bereits beim Finale des Sommer-Grand-Prix in Klingenthal getestet werden.
Die Qualifikation könnte im Skisprung-Weltcup künftig eine deutlich größere Bedeutung erhalten. Ein entsprechendes Modell stellte die FIS während ihrer Herbstsitzung in Genf vor. Der erste Test ist für das Finale des Sommer-Grand-Prix vom 23. bis 25. Oktober in Klingenthal vorgesehen.
Nach dem präsentierten Modell wird am Freitag zunächst eine Qualifikation nach den regulären Weltcup-Regeln ausgetragen. Deren Ergebnis entscheidet anschließend über die Startreihenfolge im ersten Durchgang des Einzelwettbewerbs am Samstag. Anders als bislang soll der Qualifikationssieger als letzter Athlet des Feldes starten. Er erhält die Startnummer 1, während der 50. der Qualifikation den Wettkampf mit der Startnummer 50 eröffnet.
Das Wochenende in Klingenthal könnte damit bereits einen Vorgeschmack auf eine Regeländerung geben, die anschließend auch im Weltcup-Winter zum Einsatz kommen soll. Besonders weitreichende Auswirkungen hätte das neue System bei Veranstaltungen, an denen lediglich eine Qualifikation für zwei Einzelwettbewerbe vorgesehen ist. Das betrifft neben Willingen auch Wisla, Titisee-Neustadt, Engelberg und Oslo. Dort wären am Sonntag automatisch die 50 Athleten startberechtigt, die sich bereits für den Wettbewerb am Samstag qualifiziert haben. Ihre Startreihenfolge würde sich dann nach dem Ergebnis des Vortages richten: Der Samstagssieger ginge am Sonntag als Letzter vom Bakken.
Damit würde die Qualifikation an diesen Wochenenden gleich doppelt aufgewertet. Sie entscheidet nicht nur über die Startberechtigung und die Reihenfolge im ersten Einzel, sondern über die Teilnahme am gesamten Wettkampfwochenende. Wer bereits am Freitag an der Qualifikation scheitert, könnte bei beiden Einzelspringen nicht antreten.
Gelbe Karten gelten zwölf Monate
Bereits verändert hat die FIS das Sanktionssystem bei Ausrüstungsverstößen. Seit dem 1. Juli 2026 bleiben Gelbe Karten nicht mehr automatisch bis zum Ende einer Saison bestehen. Stattdessen sind sie vom Tag ihrer Vergabe an zwölf Monate lang gültig. Einen erneuten Schnitt zum Beginn der Wintersaison gibt es somit nicht. Für betroffene Athletinnen und Athleten kann dies weitreichende Konsequenzen haben: Eine zweite Gelbe Karte führt nach dem aktuellen Sanktionssystem zu einer Roten Karte und damit zu einer Sperre.
Die FIS hatte die Sanktionen bei Ausrüstungsverstößen bereits zuvor verschärft. Eine Rote Karte bedeutet nicht nur das Aus im laufenden Wettbewerb, sondern kann auch eine Sperre für weitere Wettkämpfe nach sich ziehen. Dabei können Einzel-, Team- und Super-Team-Wettbewerbe berücksichtigt werden.
Höheres Preisgeld für die Skispringerinnen
Auch beim Preisgeld gibt es Veränderungen. Die FIS erhöht die Ausschüttungen im Frauen-Weltcup zur Saison 2026/27 und plant weitere Steigerungen in den darauffolgenden Jahren. Bei einem Einzelwettbewerb der Frauen sollen in der kommenden Saison insgesamt 35.200 Euro verteilt werden.
Anschließend soll die Summe schrittweise steigen: zunächst auf 40.000 Euro, danach auf 45.000 Euro und schließlich auf 50.000 Euro in der Saison 2029/30. Auch bei Team- und Super-Team-Wettbewerben ist eine Erhöhung vorgesehen. Der Gesamtbetrag soll von zunächst 14.000 Euro bis 2029/30 auf 30.000 Euro anwachsen.
Bei den Männern bleiben die Preisgelder vorerst unverändert. Für einen Weltcupsieg werden auch in der Saison 2026/27 weiterhin 15.000 Euro gezahlt. Insgesamt stehen für die besten 30 Athleten eines Einzelwettbewerbs 100.250 Euro zur Verfügung.
Trotz der geplanten Anhebungen bleibt damit ein deutlicher Unterschied zwischen den Preisgeldern der Frauen und Männer bestehen. Selbst wenn der Gesamtbetrag bei den Frauen bis 2029/30 auf 50.000 Euro steigt, erreicht er lediglich rund die Hälfte des derzeitigen Preisgeldtopfes bei den Männern.