| Weltcup-Sieger am Mühlenkopf - Anders Jacobsen (8) |
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Er kam, sah und siegte Eigentlich stand er im vergangenen Winter gar nicht im norwegischen Aufgebot für Willingen. Sein finnischer Trainer Mika Kojonkoski wollte ihm vor der Nordischen Ski-WM in Sapporo eine Pause gönnen. Sehr zum Leidwesen der Willinger Veranstalter, die natürlich den Überraschungssieger der Vierschanzentournee auf der größten Großschanze der Welt unbedingt ihrem treuen Publikum präsentieren wollten. Doch weil Anders Jacobsen plötzlich im Zweikampf mit Adam Malysz beste Chancen auf den Gesamt-Weltcup hatte, änderte der Coach seine Planung. Anders kam, sah und siegte! Noch wenige Monate zuvor arbeitete der junge Mann als Klempner in Norwegen und betrieb Skispringen seit seinem achten Lebensjahr mehr als Hobby. Im Sommer 2006 lud Kojonkoski die Mitglieder des norwegischen B-Kaders zu einer Sichtung ein, bei der Anders ebenso wie Tom Hilde derart gute Sprünge absolvierte und positiv auffiel, dass er eine Chance in der norwegischen Nationalmannschaft bekam. Im Weltcup debütierte Jacobsen am 24. November 2006 in Kuusamo mit einem dritten Platz und etablierte sich anschließend schnell in der Weltspitze. Schon am 17. Dezember gelang der "Kanonenkugel von Hoenefoss“, wie ihn seine Kameraden nannten, in Engelberg der erste Weltcupsieg. Die Saison krönte er schließlich mit dem Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee, Team-Silber mit Norwegen bei der WM in Sapporo und Platz zwei im Gesamtweltcup. "Ich wohne noch bei meinen Eltern, die meine größten Sponsoren sind", verriet der 22jährige ein Jahr später. Auch das Sponsorauto, das ihm für den Tourneesieg zu stand, war noch nicht in seinem Besitz. "Die Einfuhr- und Steuergesetze in meiner Heimat sind streng.", verriet er schmunzelt. "Ich habe meine Steuererklärung für 2007 auch noch nicht gemacht..." Willingen hat er natürlich trotz des Rummels um seine Person nicht vergessen. "Eine große Schanze mit einer fantastischen Atmosphäre. Die vielen, vielen Menschen, die auf engstem Raum die Schanze umlagern. Ich bin auch wirklich gut gesprungen". Obwohl noch nicht lange dabei, gehört die Mühlenkopfschanze schon zu seinen Lieblingsanlagen, "zusammen mit Bischofshofen." Die Eröffnungsfeier, die Organisation mit den freiwilligen Helfern bezeichnete er kurz und prägnant als "perfekt". Das ganze norwegische Team sei seiner Meinung und komme immer gern wieder nach Willingen, wo die Norweger auch diesmal wieder zum Favoritenkreis zählen - mit Anders Jacobsen, der seinen Sturz zu Saisonbeginn verdaut hat, und mit dem neuen Star Tom Hilde, dem in Predazzo ein Doppelsieg. |















