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Weltcup-Sieger am Mühlenkopf - Kasai & Saitoh (5) PDF Drucken E-Mail

Die Sieger von Willingen: Hiroya Saitoh (1997), Noriaki Kasai (1999 2x ,2003)

"Sayonara in the Sauerlandstern"

Noriki Kasai gewann die meisten Weltcup-Skispringen in Willingen

kasai1.jpg
   Noriaki Kasai
   © www.hna.de
   
Die Sieger von Willingen: Hiroya Saitoh (1997), Noriaki Kasai (1999 2x ,2003)

"Sayonara in the Sauerlandstern"

Die Japaner fühlen sich pudelwohl in Willingen. Und sie setzten schon immer  Glanzlichter auf der Mühlenkopfschanze. Zwar musste Kazuyoshi Funaki bei der Weltcup-Premiere im Waldecker Upland noch dem Österreicher Andreas Goldberger als erstem Sieger den Vortritt lassen, doch sein damaliger Schanzenrekord von 132 m blieb allen Fans in bester Erinnerung. Hiroya Saitoh gelang zwei Jahre später der erste japanische Sieg, ehe 1999 Noriaki Kasai zum totalen Triumph ausholte:  Er gewann beim Dreifach-Weltcup am Rande des Sauerlandes beide Einzelspringen und mit der Air Japan auch den Team-Wettbewerb. 2003 stand Kasai dann noch einmal ganz oben auf dem Siegertreppchen.

Auf Willingen angesprochen zieht er sein schönstes Lächeln auf, verbeugt sich artig drei Mal, als wolle er an seine drei Siege am Mühlenkopf erinnern und sagt in einem wahren Sprachengemisch: "Sayonara in the Sauerland Stern". Will heißen: Noriaki Kasai, der so oft wie kein anderer aktiver Skispringer an der Vierschanzentournee teilgenommen hat, öfter auch als Willingens Schanzenrekordler Janne Ahonen, will auch vom 15. bis 17. Februar 2008 wieder beim Weltcup in Nordhessen am Rande des Sauerlandes dabei sein. 

Er war schon m Team, als die Skispringer aus Fernost bei der ersten Siegerehrung in ihrem Stammquartier, dem Hotel Sauerlandstern, die Anwesenden ganz höflich und überraschend um Aufmerksamkeit baten und ihnen artig ein musikalisches Ständchen brachten. "Vor der Kaserne, vor dem großen Tor...," hatten sie einstudiert. Das Ganze erinnerte den deutschen Beobachter schon damals an Karaoke, den auch hierzulande immer beliebter werdenden Freizeitspaß aus ihrer Heimat.

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"Saitoh is Coach", verrät Noriaki Kasai über seinen längst abgetretenen Landsmann, der sich in Japan in einem der dort üblichen Firmenteams um den Nachwuchs kümmert. Auch Kasai will Trainer werden, wenn er seine Karriere beendet. Wann? Mehr als ein verschmitztes Lächeln ist ihm bei dieser Frage nicht zu entlocken. "Eine der schönsten Sprungschanzen in der Welt", lässt er, angesprochen auf die Mühlenkopfschanze, von der herbeigerufenen Dolmetscherin übersetzen. "Ich liebe sie", sagt er zur Schanze und die Übersetzerin errötet leicht, die alte, aber auch die neue Anlage." 

 Der 1972, als in Sapporo Olympische Winterspiele stattfanden, in Shimokowa auf Hokkaido geborene Kasai gehört schon seit 1991/92 zur Weltspitze. Darauf ist er mächtig stolz. 1992 wurde er in Harrachov Skiflug-Weltmeister, in Planica flog er 1999 auf 214 m. 15 Weltcupsiege stehen in seinem Rekordbuch. saitoh06.jpgBeim Triumph der Japaner 1998 in Nagano gehörte er nicht zum Gold-Team, so blieb das Silber von 1994 in Lillehammer hinter Weißflog, Thoma & Co. die einzige Olympiamedaille. 

Hiroya Saitoh kam 1970 in Yoichi, ebenfalls auf Hokkaido, zur Welt. Er debütierte 1991 im Weltcup und wurde 1995 Vizeweltmeister und Dritter mit Japans Team. Der erste Podestplatz im Weltcup gelang 1995 in Chamonix. Sein größter Erfolg war der Olympiasieg 1998 in Nagano, als man die Konkurrenz um fast 40 Punkte distanzierte. "Der Sieg in Willingen war der erste auf einer Großschanze, noch dazu vor so vielen Menschen", erinnert sich der Japaner gern an Willingen. Die Mühlenkopfschanze vergleicht er mit Bischofshofen: "Auch dort kann man weit über den Hill size springen." 

Und er zeiht auch einen Vergleich mit Japan. "Willingen ist eine kleine Stadt mit vielen Zuschauern. Bei uns ist es genau umgekehrt." Seinen letzten Wettkampf außerhalb Japans bestritt Saitoh 2000 beim Saisonfinale in Planica, 2002 bestritt er seinen letzten Weltcup in Sapporo. Sein letzter internationaler Wettbewerb war der Continentalcup im März 2003 in Yamagata.

Seine Bilanz: 16 Stockerl-Plätze im Weltcup, neben dem Sieg in Willingen der in Chamonix, drei WM-Medaillen und Olympiagold. Sowie schöne Erinnerungen, auch an Willingen! Japans Skispringer sind öfter von zu Hause weg als anderen. Aber es heißt, wenn sie in Japan wären, hätten sie Heimweh nach Europa.
 
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