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Weltcup-Sieger am Mühlenkopf - Martin Höllwarth (4) PDF Drucken E-Mail

Die Sieger von Willingen: Martin Höllwarth (1997)

"Lange Durstrecke ging zu Ende"

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   © www.nilgen.de
   
Die Sieger von Willingen: Martin Höllwarth (1997)

"Lange Durstrecke ging zu Ende"

Der Tiroler Martin Höllwarth hat wie kaum ein anderer Skispringer alle Höhen und Tiefen in seiner langen Laufbahn erlebt. An Willingen hat er wie sein Landsmann Andreas Widhölzl nicht nur gute Erinnerungen: Am 4. Februar 2001 verunglückte er auf der Rückfahrt aus dem Waldecker Upland bei Füssen. Bei dem Verkehrsunfall starb Trainer Alois Lipburger, Höllwarth und Widhölzl erlitten leichte Verletzungen. Seine Springerkameraden halfen ihm, den Schock zu überwinden. Im März 2007 wurde er nach kritischen Äußerungen über Co-Trainer Marc Nölke in der Öffentlichkeit und gegenüber Teamkameraden aus der Kaderliste gestrichen, erst nach einer Entschuldigung und einem Gespräch mit ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer kehrte er vor dem Saisonfinale in Planica ins Team zurück.

Seinen Weltcup-Sieg auf der Mühlenkopfschanze vor dem Schwarzwälder "Feuerkopf" Dieter Thoma und dem slowenischen "Frauenheld" Primoz Peterka hat der inzwischen 33jährige "Oldie" aus der Alpenrepublik nicht vergessen. "Es war nach einer langen Durststrecke endlich wieder ein Erfolgserlebnis, das ich mit einem unglaublichen starken zweiten Durchgang perfekt gemacht habe", sagt der Junioren-Weltmeister von 1991, der 1992 mit 17 Jahren hinter dem finnischen "Wunderkind" und späteren Olympiaseiger Toni Nieminen Platz zwei bei der Vierschanzentournee belegte und wenige Wochen später bei den Olympischen Spielen in Albertville drei Mal Silber gewann. 

"1993 hatte ich meinen ersten Weltcup in Sapporo gewonnen, immerhin vier Jahre vor Willingen", erinnert sich "Hölli" an die "immer gut organisierten Springen auf der Mühlenkopfschanze, bei denen die Stimmung immer bestens ist und wo man hautnah an dem vielleicht fairsten Publikum im Weltcup überhaupt dran ist." Wie alle Österreicher kommt er immer wieder gern ins Waldecker Upland, trotz des "dunklen Punktes" im Jahr 2002. 

Der Vater von drei Kindern, Nico, Anna Lena und Leo, ist Zeitsoldat, gehörte bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen und im Gesamt-Weltcup lange Zeit zu den verlässlichen Springern im ÖSV-Kader, muss aber heuer um seinen Platz kämpfen. In Garmisch-Partenkirchen stand er gerade auf dem Treppchen im Continentalcup, der 2. Liga der Skispringer, bei der Eröffnung der neuen Schanze, während seine Kollegen Morgenstern, Kofler oder Schlierenzauer das Weltcup-Geschehen dominieren. 

Da auch viele Youngster ins A-Team drängen, hat der Mann, der beim Abschlussspringen der Tournee 2004/2005 verhinderte, dass nach Sven Hannawald auch der Finne Janne Ahonen alle vier Konkurrenzen der Vierschanzentournee gewinnen konnte, auf seine alten Tage keinen leichten Stand mehr. 

In Willingen möchte er noch einmal dabei sein. "Die Mühlenkopfschanze ist eine einzigartige, sehr gute Anlage, als größte Großschanze der Welt hat sie ihren eigenen Charakter und ein ganz besonderes Flair", schwärmt er. Auch über das Rahmenprogramm: "Da wird nicht nur bei der stimmungsvollen Eröffnungsfeier immer etwas Besonderes geboten. Und ich muss es noch einmal sagen: die vielen, vielen Fans versprühen im Vergleich zu anderen Weltcups eine einmalige Fairness." Ein schöneres Lob für Willingen kann es wirklich kaum mehr geben!
 
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