| Tournee-Abschluss an der Willinger Mühlenkopfschanze |
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Bis unter großem Getöse aus der Lautsprecheranlage und unter noch
größerem Beifall des Publikums die Schürzenjäger endlich die Bühne
betreten. Schon mit dem zweiten Lied, einem ihrer größten Hits, stellen
sie klar: Es ist wieder "Schürzenjägerzeit". Und während in Villarriba
noch rumgeplänkelt wird, legen die Schürzenjäger in Villabajo,
beziehungsweise an der Willinger Mühlenkopfschanze, schon los. Obwohl -
ihren Beinamen Alpenrocker verdienen Peter Steinlechner und Co. im
ersten Teil ihres Auftritts (noch) nicht. Erst mal kommen die Balladen
dran. Textzeilen wie "Träume sind stärker als Neid, Hass und Geld" oder
"Éauf der Welt sind alle gleich" sorgen in Kombination mit den
eingängigen Melodien und Harmonien und schunkeltauglichen Rhythmen bei
den Fans für Gänsehaut. Und wenn das starke Gebläse aus Posaune,
Trompete und Saxophon sich mit fettem Sound über den ebenso dicken
Klang der restlichen Band legt und Peter Steinlechner bedächtig in sein
Mikro redet, über das schwere Schicksal der Indianer beispielsweise,
läuft es so manchem Fan eiskalt den Rücken runter. Vom "Großen Manitou"
nach Hawaii: Mit viel Percussion und hawaiianischen Keyboardsounds
singen die Schürzenjäger vom Urlaub, der "besten Art, Zeit zu
verschwenden". Das klingt - wie andere Stücke auch - für manchen
vielleicht nach Bierzelt. Allerdings unverkennbar: Nicht von einer
Stimmungs-Kapelle nachgespielt, sondern von den Original-Interpreten
interpretiert. Und außerdem riecht es an der Mühlenkopfschanze, umgeben
von Wald und Wiesen, allemal besser als im Bierzelt. Sowohl
instrumental als auch gesanglich sind die - in die Jahre gekommenen -
Jungens Profis. Professionell ist auch der Zeitablauf ihrer Show:
Pünktlicher Beginn, und auf die Minute genau nach einer Stunde Pause,
die wiederum exakt 30 Minuten dauert. Danach wirdÔs rockiger. Gitarren
kommen in anderen Sounds daher, Soli werden virtuoser. Dazu ein
knackiger (gewagter) Ausflug in technisierte Musik, als zwei
Bandmitglieder mit Trommeln um den Hals über die Bühne fegen und an die
Techno-Trommler von "Safriduo" erinnern. Zwischendurch sorgen immer
wieder Schürzenjäger-typische Nummern, Lieder aus ihrer Anfangszeit,
stilecht volkstümlich mit Akkordeon und Polka-Beat, für Stimmung auf
den Rängen. Für den veranstaltenden Willinger Ski-Club gibtÔs
zwischendurch immer wieder großes Lob von den Stars, die sich von der
guten Organisation des Groß-Konzertes ebenso begeistert zeigen wie von
der Kulisse der Schanze, an der sie bereits beim Skispringen im Januar
eine Kostprobe ihres Könnens geboten haben. Doch was genau macht den
Reiz dieser Band jetzt aus? - Selbst den hartgesottenen
Fan-Club-Mitgliedern vor der Bühne fällt eine Erklärung schwer. "Die
Musik entreißt einfach aus dem Alltag", meint ein junger Mann. Die
Schürzenjäger selber sagen, es sei das "Familiäre" zwischen Band, Crew,
Veranstaltern - und Fans. Die Mühlenkopfschanze am Samstagabend also
ein riesiges Wohnzimmer mit rund 6000 Familienmitgliedern - den
Schürzenjäger-Fans. Quelle: Waldeckische Landeszeitung Foto: JOS
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