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Kampfrichtereinsatz Welcup Lillehammer PDF Drucken E-Mail

Weltcup in Lillehammer - eine Frage der Konzentration

Erik Stahlhut vom 4.-7. Dezember im Einsatz

 

 

 

LillehammerES2009

© Erik Stahlhut

Weltcup in Lillehammer - eine Frage der Konzentration

Zahlen und Fakten:

- Nordisch Kombinierte und Spezialspringer an einem Ort

- 3 Tage mit de facto 7, in Worten "sieben" Wettkämpfen

- in der Wertung mehr als 450 Sprünge

- dazu weitere 450 Sprünge zur Abstimmung im Training

- der längste Wettkampf mit 2 Stunden und 12 Minuten

Es gibt ein paar Orte, an denen die Kombinierer und die Spezialisten gemeinsam die Bühne des Weltcups betreten. Das sind die Orte, die für die Sprungrichter besonders "konzentrations-intensiv" sind.

In Prosa der Ablauf:

Donnerstag Anreise mit einer ersten Mannschaftsführersitzung der Kombinierer; Freitag ab 9 Uhr zwei Trainingsdurchgänge und im Anschluss die so genannte "Provisional Round" oder zu Deutsch "Pocketsprung". Gleichzeitig aber die erste Mannschaftsführersitzung der Spezialspringer. Essen, wieder an die Schanze, 15 Uhr Training der Spezis und um 18 Uhr Qualifikation. Summe Tag 1 - ca. 10 Stunden volle Konzentration.

Samstag: 8.15 Uhr Abfahrt zur Schanze, 9 Uhr Probedurchgang und 10 Uhr Wettkampf der Kombinierer; zurück in die Unterkunft zum Lunch, 14.15 Uhr wieder an den Turm zum Probedurchgang der Speziallisten um 15 Uhr. 16 Uhr Wettkampf bei Nebel und Schneetreiben mit beschaulicher Sichtweite. Teilweise waren die Springer erst 10 Meter nach dem Absprung erkennbar. Dagegen war die Landephase besser einsehbar und daher die Wertung nicht in Gefahr. Das Schneetreiben war jedoch die Ursache für das Abnehmen der Anlaufgeschwindigkeit.

Teilweise waren es drei Stundenkilometer, so dass die Jury gezwungen war eine sehr kurze Taktung zu fahren, um die Spur nicht einschneien zu lassen. Für das Fernsehen war die Taktung allerdings etwas zu kurz, so dass im zweiten Durchgang jeweils ein Wettkämpfer und ein Vorspringer im Wechsel von der Schanze gingen. War im ersten Durchgang noch die kurzen Intervalle eine Herausforderung für die Wertung, war es im zweiten Durchgang die Frage, ob nun ein Wettkämpfer oder Vorspringer startete.

Sonntag: 8 Uhr Schanze und das gleiche Programm noch mal. Dazu kommt allerdings, dass der Probedurchgang zur Qualifikation wird und der Wind an dem Tag komplett andere Bedingungen bereithält. Die Kombinierer hatten heute den unschlagbaren Vorteil der neuen Windregel, die es erlaubte während des Wettkampfes die Anlauflänge zu variieren und den Springern mit dem Windfaktor deutlich fairere Bedingungen zu verschaffen, als es den Spezialisten möglich war. Die Spezialspringer kommen nur bei einigen Wettkämpfen, darunter auch die Team-Tour mit Willingen, Klingenthal und Obersdorf in den "Genuss" der neuen Regel, in Lillehammer blieb sie außen vor. Ergo war der Wettkampf am Nachmittag nicht nur geprägt von wechselnden Winden, sondern auch von langen Wartezeiten. Simon Amman pulverisierte den bestehenden Schanzenrekord um drei Meter auf sagenhafte 146 Meter. Super Sprung und guter Wind im Hang waren die Garanten dafür. Schlierenzauer setzte dann noch einen drauf, konnte aber die 150,5 Meter nicht mehr stehen. Positiv aus Deutscher Sicht: Drei Deutsche unter den ersten zehn! - Gratulation

 
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